FAQs zum Thema Studienfinanzierung in Zeiten der Corona-Krise

Viele Studierende haben sich mit den verschiedensten Fragen zur Studienfinanzierung an uns gewandt. Die Corona-Krise stellt uns alle vor große Herausforderungen. Die meistgestellten Fragen haben wir auf dieser Seite gesammelt und beantwortet.

Die FAQs werden regelmäßig ergänzt. Manche Fragen, die bereits eingereicht wurden, bedürfen einer längeren Prüfung der aktuellen Gesetzgebung. Wir bitten um Verständnis und Geduld.

Es können auch weitere Fragen fortlaufend eingereicht werden und an kommunikation[at]stw-greifswald.de gesandt werden. Die Kommunikationsstelle bezieht zur Beantwortung dann die zuständigen Mitarbeiter*innen der einzelnen Abteilungen ein. Natürlich können sich alle Betroffenen auch direkt an die zuständigen Sachbearbeiter*innen wenden.

Ich wollte zum Sommersemester 2020 ein Studium an einer Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern aufnehmen (regulärer Semesterstart 01.03.2020 bzw. 01.04.2020). Jetzt starten die Vorlesungen aber frühestens am 20. April. Ab wann habe ich einen BAföG-Anspruch?

Der BAföG-Anspruch besteht ungeachtet der Semesterverschiebung für Erstsemester an den Hochschulen Neubrandenburg und Stralsund bereits ab März, an der Universität Greifswald ab April. Voraussetzung ist allerdings ein fristgerechter Antrag. BAföG wird frühestens ab der Antragstellung geleistet. Erstsemester in Stralsund und Neubrandenburg können noch bis Ende März einen Antrag auf BAföG stellen, um rückwirkend bereits für diesen Monat BAföG zu erhalten, Erstsemester in Greifswald noch bis Ende April 2020.

Achtung: Sollte die Hochschule ein Online-Lehrangebot zur Verfügung stellen, um den Ausbildungsbetrieb auf diese Weise aufrecht zu erhalten, besteht BAföG-rechtlich die Pflicht, an diesem Online-Lehrangebot teilzunehmen, um weiter die jeweiligen BAföG-Leistungen beziehen zu können. Informieren Sie sich daher regelmäßig über die Kanäle der Hochschulen und schauen Sie unbedingt regelmäßig in Ihre E-Mails, um einen eventuellen Start von Online-Lehre Ihres Fachbereichs nicht zu verpassen!

Ich befinde mich schon im Studium. Meine Semesterferien verlängern sich. Habe ich einen BAföG-Anspruch?

Ja, der BAföG-Anspruch umfasst auch die offizielle vorlesungsfreie Zeit, egal wie lang  diese festgelegt ist (§ 15 Abs. 2 BAföG).

Achtung auch hier gilt: Sollte die Hochschule allerdings ein Online-Lehrangebot zur Verfügung stellen, um den Ausbildungsbetrieb auf diese Weise aufrecht zu erhalten, besteht BAföG-rechtlich die Pflicht, an diesem Online-Lehrangebot teilzunehmen, um weiter die jeweiligen BAföG Leistungen beziehen zu können.

Werden die zukünftigen BAföG-Zahlungen rechtzeitig eintreffen?

Die Mitarbeiter des BAföG-Amtes sind bemüht, trotz der Corona-Krise wie bisher alle BAföG-Anträge rechtzeitig zu bearbeiten und in das Berechnungsprogramm einzugeben. Damit das weiterhin möglich ist und keiner krank wird, führen wir derzeit keine persönlichen Sprechzeiten durch. Sind die Daten im Berechnungsprogramm erfasst, werden  Verzögerungen in der Auszahlung durch das Land M-V nicht eintreten. 

Ist das BAföG-Amt weiterhin erreichbar?

Das BAföG-Amt ist aktuell schriftlich, telefonisch und per E-Mail erreichbar. Eine persönliche Vorsprache ist derzeit leider nicht möglich. Bitte nutzen Sie die Kommunikationswege Post, Telefon und E-Mail. Wir sind gern für Sie da!

Hier finden Sie Ihre Ansprechpartner.

Ich komme zum Sommersemester in das 5. Fachsemester und muss meinen BAföG-Leistungsnachweis vorlegen. Durch Hochschulschließungen sind Prüfungen ausgefallen. Was kann ich tun?

Sollten Sie aufgrund von ausgefallenen Prüfungen oder anderen Auswirkungen der Hochschulschließung den Leistungsnachweis zu Beginn des 5. Fachsemesters nicht vorlegen können, so stellen Sie bitte einen formlosen Verlängerungsantrag und begründen kurz, aber konkret, warum eine Verzögerung eingetreten ist. Bitte fügen Sie dem Antrag, soweit  möglich, geeignete Unterlagen bei, um die Verzögerung glaubhaft zu machen (z.B. Prüfungsabsage, Bestätigung der Hochschule über die Verzögerung, Ausdrucke aus dem Noteninformationssystem usw.). Sollten Sie keine Unterlagen haben, nennen Sie uns bitte Ihren Ansprechpartner an der Hochschule oder Prüfungsstelle.

Ich befinde mich im letzten Semester und werde das Studium nicht innerhalb der Regelstudienzeit beenden können, weil durch Hochschulschließungen Prüfungen ausgefallen sind. Was kann ich tun?

Sollten Sie aufgrund von ausgefallenen Prüfungen oder anderen Auswirkungen der Hochschulschließung das Studium nicht fristgerecht beenden können, so stellen Sie bitte einen formlosen Verlängerungsantrag und begründen kurz, aber konkret, warum eine Verzögerung eingetreten ist. Bitte fügen Sie dem Antrag, soweit möglich, geeignete Unterlagen bei, um die Verzögerung glaubhaft zu machen (z.B. Prüfungsabsage, Bestätigung der Hochschule  über die Verzögerung, Ausdrucke aus dem Noteninformationssystem usw.). Sollten Sie keine Unterlagen haben, nennen Sie uns bitte  Ihren Ansprechpartner an der Hochschule oder Prüfungsstelle.

Was sagt der Bund, der das BAföG finanziert, zur gegenwärtigen Krise und den Auswirkungen auf das BAföG?

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erklärte am 13.3.2020: „Wenn Schulen oder Hochschulen wegen der Pandemie geschlossen werden und deshalb Unterricht oder Vorlesungen ausfallen müssen, wird das BAföG weitergezahlt. BAföG-Geförderte sollen wegen der Corona-Pandemie keine Nachteile erleiden. Das ist mir wichtig.“

Hier finden Sie die Pressemitteilung im Volltext sowie das Video mit dem vollständigen Statement von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

Was kann ich tun, wenn meine Eltern aufgrund der Corona-Krise derzeit weniger Geld verdienen, z.B. weil sie als Selbstständige weniger Einnahmen haben oder als Angestellte gekündigt oder auf Kurzarbeit gesetzt wurden?

In diesem Fall kann für den betroffenen Elternteil ein Antrag auf Aktualisierung des Einkommens gestellt werden. Das entsprechend BAföG-Formblatt 7 können Sie von unserer Homepage herunterladen. Erforderlich sind eine Erklärung und Nachweise über das Einkommen im Bewilligungszeitraum. Umfasst der Bewilligungszeitraum die Jahre 2019 und 2020 so sind eine Einkommensprognose für beide Jahre und Einkommensnachweise (z.B. bisherige Gehaltsabrechnung und neue, geringere Gehaltsabrechnung) erforderlich. Gibt das BAföG-Amt der Aktualisierung statt, so ergeht ein Bescheid, der zunächst unter dem Vorbehalt der Rückforderung steht. Wenn in der Zukunft die Einkommenssteuerbescheide der Eltern für 2019 und 2020 vorliegen, wird auf deren Grundlage das Einkommen abschließend berechnet. Dies kann später dazu führen, dass Förderleistungen zurückgefordert oder nachgezahlt werden. Ziel des Aktualisierungsverfahrens ist es, die Ausbildungsfinanzierung vorläufig sicher zu stellen, auch wenn noch keine oder keine bestandskräftigen Steuerbescheide vorliegen.

Ich habe meinen studentischen Nebenjob verloren, den ich im BAföG-Antrag angegeben hatte. In meinem bisherigen BAföG-Bescheid wird mein Einkommen angerechnet. Ich verdiene nun aber nichts mehr.

Bitte teilen Sie dem BAföG-Amt schriftlich oder per E-Mail mit, dass Sie den Job verloren haben und ab wann das der Fall war. Legen Sie die letzte Lohnbescheinigung bei, wenn Sie diese haben. Das BAföG-Amt wird eine Neuberechnung ihres Einkommens vornehmen und je nach Höhe des neuen Gesamteinkommens im Bewilligungszeitraum dann Förderleistungen nachzahlen.

Ich möchte in der aktuellen Notlage im Corona-Abstrich-Zentrum arbeiten oder das Klinikum anderweitig unterstützen. Ich habe Bedenken, weil das Geld, das ich verdiene, auf die BAföG-Leistung angerechnet wird. Fällt das BAföG weg, wenn ich mehr als 450,00 € monatlich verdiene?

Sie können als Angestellter wie bisher monatlich 450,00 € anrechnungsfrei verdienen bzw. 5400,00 € im 12 Monate laufenden Bewilligungszeitraum. Mehr Informationen zum Hinzuverdienst finden Sie hier
Das BAföG wird nicht gestrichen, wenn Sie mehr verdienen, sondern mindert sich nur.

Je nach dem, wie das Anstellungsverhältnis ausgestaltet ist, kann es auch sein, dass Teile des Einkommens anrechnungsfrei bleiben, weil eine Ehrenamtspauschale bzw. ein Übungsleiterfreibetrag abgezogen wird oder eine besondere Zweckbestimmung der Anrechnung entgegensteht. Das hängt vom Arbeitsvertrag und der steuerrechtlichen Einordnung ab.

Sollten Sie zur Bewältigung der Corona-Krise Arbeit leisten, wird der Verdienst entgegen den bisherigen Regelungen nur auf die Monate der Tätigkeit angerechnet. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber bescheinigen, dass Sie die Arbeit im Rahmen der Corona-Krise leisten und fügen Sie die Bescheinigung den später einzureichenden Gehaltsabrechnungen bei. Darüber hinaus lassen Sie bitte von Ihrem Arbeitgeber prüfen, ob eventuell ein Teil Ihres Gehaltes im Rahmen des § 3 Einkommensteuergesetz einkommensteuerfrei ausgezahlt werden (z.B. als Aufwandsentschädigung o.ä.) kann. Steuerfreies Einkommen wird beim BAföG nicht angerechnet, wenn dies aus den Gehaltsnachweisen oder anders ersichtlich ist.

Die neue Regelung gilt für eine anlässlich der Corona-Pandemie aufgenommene Tätigkeit in oder für eine Gesundheitseinrichtung oder eine sonstige soziale Einrichtung zur Unterstützung der Bekämpfung der Pandemie und deren sozialen Folgen oder in der Landwirtschaft.

Die neue Regelung bedeutet Folgendes: Bislang war es nicht möglich, z.B. Ferienarbeit in den Monaten Juni bis August in Höhe von je 2.000,00 € auszuklammern und nicht auf das BAföG anrechnen zu lassen. Statt dessen sieht die bisherige gesetzliche Regelung vor, dass das Einkommen dieser Monate Juni bis August gleichmäßig auf alle Monate des laufenden Bewilligunszeitraums umgelegt wird und die Förderung auch für abgelaufene Monate mindert. Es entstand im Regelfall eine Rückforderung für alle Monate des Bewilligungszeitraum. Die neue Corona-Regelung erlaubt, das Einkommen aus dem Bewilligungszeitraum auszuklammern. Auf das BAföG wird es dann nur für die Monate der Corona-Tätigkeit angerechnet.

Die neue Regelung des Bundesbildungsministeriums finden Sie hier.

Bitte bedenken Sie, dass Sie in jedem Fall finanziell besser stehen, als ohne die Arbeit (z.B. auch weil Sie weniger BAföG-Darlehen in Anspruch nehmen) und darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Mein Bewilligungszeitraum endet im Februar oder März 2020. Muss ich trotz der Corona-Krise einen neuen Antrag stellen?

Ja, weil die Förderung erst ab der Antragstellung zusteht. Sie sollten daher spätestens im März (Hochschule Stralsund und Neubrandenburg) bzw. April (Uni Greifswald) einen BAföG-Antrag stellen. Sie können den Antrag online stellen oder schriftlich. Zur Fristwahrung genügt auch zunächst ein formloser Antrag mit Unterschrift. Den vollständigen Antrag finden Sie hier

Wie lange Ihr Bewilligungszeitraum läuft, können Sie Ihrem letzten BAföG-Bescheid entnehmen. Endet Ihr Bewilligungszeitraum erst im August oder September, können Sie sich mit der Antragstellung noch etwas Zeit lassen. Wir empfehlen in diesem Fall eine Folgeantragstellung im Juni.

Update 31.03.2020: Neue Pressemitteilung des Landes M-V zum Thema BAföG und Corona

Wie kann ich meine Nachweise beim Studierendenwerk als Vertriebspartner der KfW-Bank einreichen?

Normalerweise zeigen die Studierenden Ihre Nachweise im Rahmen der persönlichen KfW-Sprechstunde des Studierendenwerkes vor, sodass die Bestätigung über die eingereichten Nachweise direkt im System vorgenommen werden kann. Die Frist für die Einreichung der Nachweise ist am 15.04.2020.
In der aktuellen Lage gestattet die KfW-Bank die Sammlung der Nachweise auf elektronischem Wege.
Reichen Sie bitte folgende Unterlagen per E-Mail an schmittendorf[at]stw-greifswald.de bis zum 15.04.2020 ein:
• Nachweisprotokoll Seite 2
• Studienbescheinigung Sommersemester 2020
• Gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass)

Was ist, wenn ich für den KfW-Kredit einen Leistungsnachweis einreichen muss und aufgrund der Semesterverschiebung wichtige Prüfungen dafür nicht stattgefunden haben?

Beim KfW-Kredit muss der Leistungsnachweis erst nach Ende des 6. Semesters eingereicht werden. Die meisten Studierenden müssen diesen Nachweis also erst zum Wintersemester erbringen. Sollte es im Einzelfall dennoch zu Schwierigkeiten bzgl. des Leistungsnachweises aufgrund der Corona-Krise kommen, wenden Sie sich am besten direkt an die KfW-Bank (Mail: infocenter[at]kfw.de; Tel.: 0800/5399003).

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise habe ich kurzfristig meinen Nebenjob verloren und nun nicht genug Einkommen, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Was kann ich tun?

Studierende, die sich in einer vorübergehenden finanziellen Notlage befinden, können beim Studierendenwerk ein kurzfristiges Darlehen beantragen. Das Darlehen ist zinslos und kann lediglich nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel beantragt werden. Bei Zahlungsunfähigkeit in einer finanziellen Notlage können maximal 800 € im Semester zur Verfügung gestellt werden. Der Antragsweg wurde möglichst kurz und unkompliziert gestaltet, sodass das Geld innerhalb von 14 Tagen auf dem Konto sein kann.

Mehr Informationen zum kurzfristigen Darlehen erhalten Sie hier

Bitte nehmen Sie Kontakt mit der Sozialberatung des Studierendenwerkes zur Beratung und Antragsstellung auf.

Sollte das kurzfristige Darlehen für Sie nicht in Frage kommen, könnte es sein, dass Sie in der aktuellen Zeit insbesondere im Bereich der Lebensmittelbranche einen Nebenjob ausüben könnten. Die aktuelle Lage führt dazu, dass die Supermärkte viel zu tun haben und sicher zusätzliche Hilfe gebrauchen können. Fragen Sie doch einfach mal nach. Sie verbessern damit Ihre finanzielle Notlage und können gleichzeitig der Gesellschaft helfen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie selbst körperlich gesund sind und keine Vorerkrankung haben, die Sie zu einer Risikoperson macht.

Ich habe einen Minijob in einem Betrieb, der auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes durch das Gesundheitsamt geschlossen wurde. Habe ich Anspruch auf mein Gehalt?

In diesem Falle werden Entschädigungen von der zuständigen Gesundheitsbehörde des jeweiligen Bundeslandes geleistet. Das heißt: Betroffene Arbeitnehmer (auch Minijobber) erhalten sechs Wochen lang weiterhin ihren Verdienst vom Arbeitgeber, dem diese Kosten anschließend erstattet werden. Dies gilt auch, wenn zwar der Betrieb des Arbeitgebers weiterläuft, aber der Minijobber (Arbeitnehmer) vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt wurde (z.B. aufgrund Kontakt zu einer infizierten Person) oder selbst am Coronavirus erkrankt ist.

Quelle: Minijob-Zentrale

Eine Übersicht zum Thema Jobben im Studium und möglichen Auswirkungen der Corona-Krise finden Sie auch online beim DGB.