23.03.2020 10:24

Tipps für mehr Struktur im Alltag und gegen den Lagerkoller

Empfehlungen für (mehr) Struktur im Alltag

und

Tipps, wie man - in Fällen häuslicher Isolation und Quarantäne - einen Lagerkoller vermeidet

Je mehr die Möglichkeit einer Orientierung an äußeren Strukturen wegbricht, desto wichtiger wird die Schaffung einer inneren (Tages- und Wochen-)Struktur!

1. Statt "irgendwie in den Tag hinein zu leben": Schafft einen festen Rhythmus, mit dem es gelingt, dem Tag eine gute Struktur zu verleihen (Aufstehen, Duschen, Frühstück, Arbeitszeiten, Pausen,...).

2. Sehr hilfreich kann es sein, sich ein sogenanntes Arbeitszeitkonto bei sich selbst zuzulegen und sich an einer festgelegten wöchentlichen Soll-Arbeitszeit zu orientieren. Das betrifft dann alle studienbezogenen Aktivitäten i.e.S. (Recherche, Lektüre, Schreiben...). Eine Orientierung an einem Wochen-Soll hat den Vorteil, dass ein gelegentlicher Durchhänger problemlos wieder ausgeglichen werden kann - zu einem späteren Zeitpunkt (abends/am nächsten Tag) ... also: Startet in Euer Homeoffice!

3. Gegen melancholische Stimmungen bzw. depressive Phasen hilft - auch in weniger aufgeregt-bedrohlichen Zeiten - nachgewiesenermaßen vor allem regelmäßige und ausgiebige sportliche Betätigung, vor allem Fitness und Ausdauersport, idealerweise natürlich Bewegung an der frischen Luft (ausgedehnte Spaziergänge, Radtouren etc.), aktuell zur Not aber auch in der eigenen Wohnung: Tanzen soll sich z.B. sehr stimmungsaufhellend auswirken...

4. Isolation in den eigenen vier Wänden bedeutet nicht den Verzicht auf Kommunikation mit Freund*innen, Kommiliton*innen und Familienangehörigen: Je weniger die Möglichkeit besteht, sich zu treffen (an der Uni und in der Freizeit), desto wichtiger wird die Nutzung von Kommunikationsmedien. Auch das intensive Pflegen von Sozialkontakten hat nachgewiesenermaßen einen anti-depressiven Effekt! PS: Wann habt ihr zuletzt einen Brief geschrieben?

5. Ein positives Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit stellt sich bestimmt dann (wieder) ein, wenn man die freie Zeit dazu nutzt, einen Mitmenschen (insbesondere älteren Menschen in der Nachbarschaft) zu helfen, z.B. indem man Einkäufe für sie erledigt etc. Fragen kostet nichts...

Update 07.04.2020:

Einen ausführlicheren Artikel mit vielen hilfreichen Tipps von Prof. Frank Jacobi (Psychologische Hochschule Berlin) finden Sie unter folgendem Link:

"Wie Sie häusliche Isolation und Quarantäne gut überstehen. Psychologische Hilfen in herausfordernden Zeiten"